
Im festlich geschmückten Hotel Gstaad Palace duftete es nach Zimt, Tannen und einem Hauch von Schnee, der durch die offenen Türen der Lobby hereingetragen wurde. Wie jedes Jahr durften Manuela und Benno mit ihren Bernhardinern den traditionellen Kindernachmittag im Namen der Fondation Barry gestalten – ein Nachmittag voller Lachen, Staunen und weicher Pfotenabdrücke im Schnee. Zusätzlich führte das Hotel im Kindersaal den Film Beethoven vor. Ein Tag voller Zauber rund um den Bernhardiner, der Kinder wie Erwachsene gleichermassen entzückte.
Einfach märchenhaft
Die Bernhardiner von Manuela und Benno waren wie immer die Hauptattraktion. Die Kinder spielten Konzentrationsübungen mit ihnen, strichen durch ihr dichtes Fell und lauschten gespannt, wenn die beiden erklärten, woher diese sanften Riesen stammen und welche Aufgaben sie früher als Lawinenrettungshunde hatten – und heute als Sozial‑ und Rettungshunde für Menschen, die Unterstützung brauchen. Die Augen vieler Kinder leuchteten, doch die eines Jungen strahlten besonders. Er wich den Hunden kaum von der Seite, als wären sie seine lang vermissten Gefährten.

Ein unerwarteter Ruf
Kurz vor Schluss wurde er jedoch von seinen Eltern zum Tee auf die Terrasse gerufen. Ein wenig widerwillig, aber höflich verabschiedete er sich von seinen neuen vierbeinigen Freunden.
Manuela und Benno packten gerade ihre Sachen zusammen, als der Junge plötzlich wieder vor ihnen stand – völlig ausser Atem, mit roten Wangen und einer Stimme, die vor Aufregung überschlug. Er sprach nur Englisch, und seine Worte stolperten schneller heraus, als sie ihnen folgen konnten. „Bernhardiner… men… fighting… phone!“ war alles, was sie im ersten Moment verstanden.
Nach ein paar weiteren Versuchen erklärte er, dass Manuela und Benno sofort mit ihren Bernhardinern auf die Terrasse kommen müssten. Zwei Männer hätten sich dort heftig gestritten und seien handgreiflich geworden – und für ihn war klar, dass nur die Hunde diesen Streit schlichten könnten.
Der Glaube eines Kindes
Behutsam erklärten Manuela und Benno ihm, dass sie mit den Hunden nicht auf die Terrasse gehen konnten und dass sich der Streit inzwischen beruhigt hatte. Doch der Junge blieb überzeugt: Wenn zwei Menschen sich streiten, könnten einzig diese gutmütigen Bernhardiner Frieden bringen. Für ihn hatten die Hunde etwas Magisches, etwas zutiefst Beruhigendes – weit über das hinaus, was Manuela und Benno ihnen tatsächlich beigebracht hatten.
Als sie später das Hotel verliessen, schauten sich Manuela und Benno an – und dieselbe Mischung aus Rührung und Amüsement breitete sich auf ihren Gesichtern aus. Wie wunderbar, dachten sie, dass ein Kind ihren Bernhardinern so viel zutraute. Fast grenzenlose Fähigkeiten – und vielleicht, wer weiss, lag er damit gar nicht so falsch. Denn manchmal reicht allein der Glaube an etwas Gutes, um ein kleines Stück Weihnachtszauber wahr werden zu lassen.