In der Zuchtstätte sind wir zu Hause

Im Jahr 2005 übernahm die Fondation Barry die Zucht der berühmten Bernhardiner vom Geistlichen Orden der Chorherren vom Grossen Sankt-Bernhard-Pass. Seither verfolgt sie das Ziel, diese traditionsreiche Zucht im Respekt vor der Rasse und mit höchstem Augenmerk auf das Wohl der Hunde in ihrer Zuchtstätte in Martigny im Wallis weiterzuführen. Begleiten wir sie durch einen typischen Tag…

Wenn in der ruhigen Umgebung am Stadtrand der Tag anbricht, ist das ganze Rudel bestehend aus 32 Bernhardinern bereits wachsam. Draussen sind vertraute Schritte zu hören. Die Hunde wissen: Ein ereignisreicher Tag beginnt. Ob hier in der Zuchtstätte, im Barryland oder unterwegs… etwa bei einem Sozialeinsatz oder im Sommer auf dem Grossen Sankt-Bernhard-Pass.

Jazz, Lio und Viper (von links nach rechts) bereiten sich darauf vor, die Zuchtstätte für den Tag zu verlassen – gehorsam und mit einer Spur Neugier.

Um 7:30 Uhr treff en sich die sechs diensthabenden Tierpfl egerinnen und Tierpfl eger zur kurzen Lagebesprechung. Vor dem grossen Whiteboard werden Aufgaben verteilt, Beobachtungen notiert und der Gesundheitszustand jedes einzelnen Hundes besprochen. „Das ist unser Moment, um uns auszutauschen und den Tag vorausschauend zu planen“, erklärt Déborah Dini, die seit über zehn Jahren Teil des Teams ist.

Lio folgt Tierpflegerin Déborah brav beim Morgenspaziergang mit Viper (rechts) und Jazz (links) in der Umgebung von Martigny.

Einige Hunde brechen gleich zur ersten Runde auf, andere lassen es ruhiger angehen und spielen zunächst im Auslauf. Die Umgebung der Zuchtstätte – insbesondere das Ufer der Rhone – bietet ideale Bedingungen für Entdeckungstouren. Jede Spur, jeder Geruch aus der Nacht wird zu einer kleinen Expedition. Die Spaziergänge im Rudel sind besonders wichtig für diese Zuchthunde, die nicht als Einzelhunde in einer Familie leben. „Wir bleiben stets aufmerksam: ein Fuchs, ein fremder Hund, eine potenzielle Gefahr… sie sind schnell neugierig“, sagt Déborah mit professioneller Gelassenheit. Andere Teammitglieder reinigen unterdessen sorgfältig alle Boxen oder bereiten die zahlreichen Futternäpfe vor, die später gleichzeitig verteilt werden.

Gegen 9:00 Uhr machen sich sechzehn Hunde auf den Weg ins Barryland, dem nur wenige Kilometer entfernten Museum, das ganz dem Bernhardiner gewidmet ist. Sie fahren im speziell für sie eingerichteten Van und freuen sich sichtlich auf das bevorstehende Abenteuer, die Begegnungen mit dem Publikum und einen abwechslungsreichen Tag. Nach der Ankunft bringen ihnen die Tierpflegerinnen und Tierpfleger des Museums das Frühstück, während der Rest des Rudels in der Zuchtstätte frisst.


Bei der Zusammenstellung der Gruppen gehen die Verantwortlichen mit grosser Sorgfalt vor. Sympathien, Rivalitäten, läufige Hündinnen oder besonders enge Duos werden ebenso berücksichtigt wie das allgemeine Gleichgewicht des Rudels. Jede Konstellation wird in den Mobiltelefonen festgehalten, damit es zu keinen Verwechslungen kommt.

Das Barryland verfügt über vier verglaste Boxen, in denen jeweils vier Hunde untergebracht sind. Dort können sie sich in Ruhe ausruhen und verdauen, denn das Publikum kommt nicht vor 10:00 Uhr. Für diese grosse Hunderasse ist eine entspannte Verdauungsphase besonders wichtig. Danach beginnen die Aktivitäten des Tages: Bürsten, Reinigen, Pfotenkontrolle, Spiele und gezielte Übungen. Zwei Spaziergänge im Wald rund um das Museum strukturieren den Tagesablauf zusätzlich.

Uschi bei der freudigen Ankunft im Barryland nach der Nacht in der Zuchtstätte.

Ein besonderer Vorteil des Barrylands besteht darin, dass viele dieser Tätigkeiten vor den Augen des Publikums stattfinden. Und doch handelt es sich dabei um ganz alltägliche Routinen. Die Hunde, die in der Zuchtstätte geblieben sind, folgen einem ähnlichen Programm, jedoch ohne Zuschauer.
Um 17:00 Uhr erhalten alle ihre zweite Mahlzeit. Die Hunde aus dem Museum kehren nach 18:00 Uhr in die Zuchtstätte zurück und schliessen sich wieder dem Rudel an. Nach und nach kehrt Ruhe ein, bis die Nacht schliesslich die wohlverdiente Erholung bringt.

Text : Andrea Zollinger
Fotos : Nicolas Beiner

Neuigkeiten

Wenn aus einer Intuition Gewissheit wird

Mit ihren beiden Bernhardinern Lynn und Apollo bleibt sie nie unbemerkt! Seit 2020 zählt Marianne Borling zu den engagierten Menschen der hundegestützten Sozialeinsätze der Fondation Barry. Gemeinsam sind sie wöchentlich in der Erwachsenen- und Alterspsychiatrie der PUK Zürich sowie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Brüschhalde in Männedorf tätig. Zusätzlich besucht sie einmal im Monat ein Altersheim in Uster und alle zwei Monate ein Seniorenzetrum in Dübendorf. Dort wird der Hund oft zum unerwarteten Türöffner für einen Dialog, der ohne ihn vielleicht nie entstanden wäre.

Wenn aus einer Intuition Gewissheit wird

Plume ist zum ersten Mal Mutter geworden.

Am 19. Oktober wurden Plume du Grand St. Bernard und Tipsy du Château Robert in der Fondation Barry in Martigny (VS) Eltern von elf bezaubernden Welpen. Ab dem 1. Dezember können die kleinen Bernhardiner im Barryland bestaunt werden. Für alle Neugierigen wurde in der Zuchtstätte bereits jetzt eine Webcam aufgeschaltet, über die die ersten Schritte der Welpen live auf unserer Website verfolgt werden können.

Plume ist zum ersten Mal Mutter geworden.

Die Fondation Barry feiert ihr 20-jähriges Bestehen.

Am Dienstag 28. Januar feierte die Fondation Barry du Grand-St-Bernard ihr 20-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung hat sie wesentlich zum Erhalt der legendären Bernhardinerzucht beigetragen, deren Zukunft vor zwanzig Jahren mehr als ungewiss war. Um das historische und kulturelle Erbe zu bewahren, für das diese Hunderasse steht, hat die Stiftung einen Publikumswettbewerb lanciert. Im Rahmen dieses Wettbewerbs laden wir alle Teilnehmenden, die je einem der Bernhardiner der Fondation Barry begegnet sind, dazu ein, ihre Erlebnisse mit uns zu teilen.

Die Fondation Barry feiert ihr 20-jähriges Bestehen.

Bernhardiner – die geborenen Entertainer

Wie durch Zauberhand scheinen die Hunde der Fondation Barry ganz spontan immer genau im richtigen Moment für die Fotografen zu posieren. Allerdings sind die gelungenen Aufnahmen weniger dem Zufall als methodischer Arbeit zuzuschreiben. Die Schönheit unserer Hundefotos entsteht durch eine gewisse Vorbereitung unserer Hunde auf ihre Rolle als Topmodels, das Geschick des Fotografen und die Erfahrung der Tierpflegerinnen und Tierpfleger.

Bernhardiner – die geborenen Entertainer

Wenn die goldenen Jahre kommen

Bei der Fondation Barry stehen die Hunde im Mittelpunkt – sei es bei der Zucht, im Museum oder auf dem Pass. Wir kümmern uns mit grösster Sorgfalt um sie. Die meisten Tiere kommen bei uns auf die Welt und viele verbringen ihr gesamtes Leben hier. Dabei ist das Älterwerden für Hunde ein ganz normaler Lebensabschnitt. Wir versuchen sie deshalb auch im hohen Alter bestmöglich zu betreuen und ihnen den Komfort zu bieten, den sie verdienen.

Wenn die goldenen Jahre kommen

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